Inhalt
- Warum ist Ernährung nicht alles?
- Was kann man außer einer Diät tun, wenn man übergewichtig ist?
- Wassersanierung
- Geruchs- und mentales Training
- Physiotherapie
- Übergewicht und seine Auswirkungen auf Tiergelenke
- Wie kann man einem Haustier mit Gelenkproblemen auf sichere Weise beim Abnehmen helfen?
- Gelenkergänzung und der Kampf gegen Übergewicht bei Tieren
- Zusammenfassung
- Bibliographie
Hunde und Katzen wurden über Jahrtausende domestiziert, was zu erheblichen Unterschieden zu ihren wilden Vorfahren geführt hat. Viele führen heute ein bewegungsarmes Leben in der Wohnung mit wenig Umweltreizen. Auch ihre Fressgewohnheiten haben sich verändert: Sie müssen nicht mehr jagen, sondern werden über den Tag verteilt in mehreren Portionen gefüttert. All dies trägt zur Entstehung von Übergewicht und schließlich Fettleibigkeit bei.
Übergewicht ist heutzutage ein bedeutendes Gesundheitsproblem. Studien zeigen, dass 411 von 13 Katzen und etwa 391 von 13 Hunden übergewichtig sind. Diese Zustände sind nicht harmlos für den Körper – sie erhöhen das Risiko zahlreicher Erkrankungen und verursachen chronische Entzündungen. Im folgenden Artikel erfahren Sie, welche Faktoren neben der Ernährung Übergewicht und Adipositas bei Tieren beeinflussen.
Warum ist Ernährung nicht alles?
Tierische Fettleibigkeit ist ein pathologischer Zustand, der als chronische Erkrankung gilt und bei dem das ideale Körpergewicht um 30 g überschritten wird. Bei übergewichtigen Tieren beträgt die Gewichtszunahme 15 g. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Die Ernährung spielt dabei zweifellos eine Schlüsselrolle. Die Fütterungsmethode bestimmt die dem Körper zugeführte Energiemenge. Eine falsche Anpassung des Kaloriengehalts der Mahlzeiten an den tatsächlichen Energiebedarf des Tieres, mangelnde Portionskontrolle, übermäßiges Naschen und Fütterung ad libitum sind allesamt bedeutende Faktoren. Weitere Faktoren sind:
- Keine Bewegung
Körperliche Aktivität spielt eine entscheidende Rolle für ein gesundes Körpergewicht bei Hunden und Katzen. Bewegungsmangel führt zu einem Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -verbrauch. Dies resultiert in einer positiven Energiebilanz, die die Ansammlung von Körperfett und die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas bei Katzen und Hunden begünstigt. Eine Studie aus Großbritannien zeigte, dass Adipositas bei Hunden mit geringer körperlicher Aktivität häufiger vorkommt als bei solchen, die sich regelmäßig bewegen. Auch bei Katzen trägt Bewegungsmangel maßgeblich zu Adipositas bei, meist verursacht durch Platzmangel, fehlende Jagdmöglichkeiten und unzureichende Umweltreize. Es ist wichtig zu betonen, dass wir – die Besitzer – sowohl bei Hunden als auch bei Katzen für die Inaktivität unserer Tiere und damit für deren Körpergewicht verantwortlich sind.
- Genetische Faktoren
Bestimmte Rassen wie Golden Retriever, Labrador, Mops und Dackel scheinen anfälliger für Übergewicht zu sein. Dies könnte auf genetische Faktoren zurückzuführen sein, die den Stoffwechsel und die Appetitregulation beeinflussen. Allerdings konnte bisher nur bei Beagles ein Zusammenhang zwischen einer Mutation im MC4R-Gen und der Neigung zu übermäßigem Fressen und Gewichtszunahme, die zu Fettleibigkeit führen kann, nachgewiesen werden.
- Störungen der Darmmikrobiota
Immer mehr Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Zusammensetzung der Darmmikrobiota eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Adipositas bei Tieren spielen könnte. Studien am Menschen haben gezeigt, dass eine fettreiche Ernährung die Menge und Vielfalt des Mikrobioms im Magen-Darm-Trakt beeinflusst und Entzündungen sowie die Aufnahme von Lipopolysacchariden durch das Darmepithel fördert, was wiederum deren Transport in das Lymphsystem erhöht. Dieser Prozess kann den Stoffwechsel beeinflussen und die Ansammlung von Fettgewebe bei adipösen Tieren begünstigen. Es ist jedoch weiterhin unklar, ob eine Dysbiose eine Folge von Adipositas bei Tieren ist oder zu deren Entstehung beiträgt.
- Stress
Studien zeigen, dass Stress bei Katzen zu häufigerem und größerem Fressen führt, was Übergewicht begünstigen kann. Besonders wichtig ist dabei die Lebensumgebung. Begrenzter Platz, eingeschränkter Zugang ins Freie und unzureichende Umweltreize können nicht nur zu verminderter Bewegung, sondern auch zu Frustration und Stress führen. Die Unfähigkeit, natürlichen Verhaltensweisen wie Jagen oder Erkunden nachzugehen, kann ebenfalls zu übermäßiger Nahrungsaufnahme und somit zu Übergewicht beitragen.
- Kastration
Ein weiterer Faktor, der das Risiko für Übergewicht bei Hunden und Katzen erhöht, ist die Kastration. Der Eingriff verändert den Hormonhaushalt, was zu Veränderungen des Stoffwechsels, des Aktivitätsniveaus und der Appetitregulation führen kann. Nach der Kastration sinkt der Energiebedarf, und wird die Energiezufuhr nicht entsprechend reduziert, führt dies zu einer allmählichen Gewichtszunahme.
- Alter
Das Alter beeinflusst auch das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit bei Tieren. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich ihr Stoffwechsel und ihre körperliche Aktivität nimmt oft ab. Ältere Tiere können zudem an Erkrankungen des Bewegungsapparates oder anderen Beschwerden leiden, die ihre Beweglichkeit einschränken und so zusätzlich zur Gewichtszunahme beitragen.
Wie Sie sehen, ist die Entstehung von Übergewicht und Adipositas bei Katzen und Hunden ein komplexer Prozess. Oftmals ist nicht nur eine Ursache, sondern mehrere Faktoren wirken gleichzeitig. Daher sollte eine wirksame Vorbeugung und Behandlung von Adipositas bei Tieren auf einem umfassenden Ansatz basieren, der sowohl eine ausgewogene Ernährung als auch Anpassungen des Lebensstils umfasst.
Was kann man außer einer Diät tun, wenn man übergewichtig ist?
Wie bereits erwähnt, ist die Ernährung nicht der einzige Faktor, der die Gewichtszunahme eines Tieres beeinflusst. Tägliche Aktivität ist besonders wichtig. Diese kann viele Formen annehmen – im Folgenden finden Sie einige Beispiele.
Wassersanierung
Diese Methode ist ideal für übergewichtige Hunde. Dabei trainieren die Hunde unter der Aufsicht eines Physiotherapeuten im Wasser. Das Wasser ermöglicht die Mobilisierung der Muskulatur, ohne die Gelenke zu belasten, und ist daher auch für ältere Hunde eine gute Trainingsform. Regelmäßige Rehabilitation verbessert die körperliche Fitness, stärkt die Muskulatur und unterstützt den Abbau von überschüssigem Fett.
Geruchs- und mentales Training
Die Beschäftigung eines Hundes sollte sich nicht nur auf körperliche Aktivität beschränken. Auch geistige Anregung spielt eine entscheidende Rolle. Sie trägt zu einem gesunden Geisteszustand bei und beugt Langeweile vor, die oft zu übermäßigem Fressen führt. Bei dieser Art von Training nutzt das Tier seinen Geruchssinn, um versteckte Gegenstände oder Leckerlis aufzuspüren. Diese Aktivität beschäftigt den Hund, fördert seine Konzentration, reduziert Stress und stärkt die Bindung zwischen Hund und Halter.
Physiotherapie
Physiotherapie leistet einen wichtigen Beitrag zur Behandlung von übergewichtigen Hunden und Katzen. Sie wird häufig bei Tieren angewendet, deren Übergewicht zu einer Überlastung des Bewegungsapparates geführt hat. Behandlungen wie Massagen, Stabilisierungsübungen und manuelle Therapie verbessern die Gelenkbeweglichkeit, stärken die Muskulatur und lindern Schmerzen. Dadurch können übergewichtige Tiere ihre körperliche Aktivität schrittweise steigern und so effektiver abnehmen. In vielen Fällen dient Physiotherapie auch präventiv und beugt der Verschlimmerung von orthopädischen Problemen vor, die mit Übergewicht bei Hunden einhergehen.
Übergewicht und seine Auswirkungen auf Tiergelenke
Übergewicht und Adipositas bei Haustieren stellen einen bedeutenden Risikofaktor für die Entstehung von Erkrankungen des Bewegungsapparates, insbesondere von Gelenkerkrankungen, dar. Zu hohes Körpergewicht führt zu erhöhtem Druck auf die Gelenkflächen, was den Verschleiß des Gelenkknorpels beschleunigt und somit degenerative Veränderungen begünstigt. Diese äußern sich in Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Gelenkbeweglichkeit, wodurch die Tiere weniger aktiv werden und in der Folge wieder an Gewicht zunehmen. Wie ersichtlich, besteht zwischen Adipositas und Gelenkerkrankungen bei Tieren eine Wechselwirkung.
Es ist außerdem wichtig zu beachten, dass Fettgewebe verschiedene biologisch aktive Substanzen absondert, die Entzündungsprozesse im Körper verstärken. Dies führt zu chronischen Entzündungen, die Gelenkschäden weiter verschlimmern und die Entwicklung degenerativer Erkrankungen beschleunigen können. Auch bei Tieren mit genetischer Veranlagung zu Gelenkerkrankungen wie Hüftdysplasie oder Kreuzbandriss beschleunigt Übergewicht das Auftreten klinischer Symptome und verschlimmert die Erkrankung. Daher ist die Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts einer der wichtigsten Faktoren zur Vorbeugung von Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Haustieren.
Wie kann man einem Haustier mit Gelenkproblemen auf sichere Weise beim Abnehmen helfen?
Übergewicht bei Tieren ist ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem, das besondere Aufmerksamkeit und einen umfassenden Ansatz erfordert. Zu schneller oder unsachgemäßer Gewichtsverlust kann den Körper des Tieres schwächen und seinen allgemeinen Gesundheitszustand verschlechtern. Dieser Prozess sollte schrittweise und individuell auf Alter, Zustand und Gesundheitszustand des Tieres abgestimmt sein. Die Grundlage für die Bekämpfung von Übergewicht bei Hunden und Katzen mit Gelenkproblemen ist eine ausgewogene Ernährung sowie kontrollierte Bewegung. Besonders wichtig ist es, den Kaloriengehalt der Mahlzeiten zu begrenzen und gleichzeitig einen ausreichend hohen Proteingehalt zur Erhaltung der Muskelmasse zu gewährleisten. Auch die Portionsgrößen sollten kontrolliert und kalorienreiche Snacks eingeschränkt werden. Die Gabe von Präparaten zur Unterstützung der Gelenke spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Übergewicht bei Tieren. Obwohl Bewegung für die Gewichtsabnahme unerlässlich ist, sollte sie an die Fähigkeiten des Tieres und den Schweregrad der Gelenkveränderungen angepasst werden. Mäßige, regelmäßige Aktivitäten wie gemütliche Spaziergänge oder Rehabilitationsübungen sind am empfehlenswertesten. Kurze Spieleinheiten mit bewegungsförderndem Spielzeug können übergewichtigen Katzen helfen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine sichere Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Tieren mit Gelenkproblemen auf mehreren Schlüsselelementen beruhen sollte: einer ausgewogenen Ernährung, schrittweiser Gewichtsabnahme, angemessener Bewegung, physiotherapeutischer Unterstützung und regelmäßiger Gesundheitskontrolle. Dieser umfassende Ansatz reduziert nicht nur das Körpergewicht übergewichtiger Tiere, sondern verbessert auch ihre Lebensqualität und beugt dem Fortschreiten von Erkrankungen des Bewegungsapparates vor.
Gelenkergänzung und der Kampf gegen Übergewicht bei Tieren
Wie bereits erwähnt, führt Übergewicht bei Tieren zu erhöhter Gelenkbelastung und beschleunigtem Knorpelverschleiß. Um übergewichtige Tiere zu unterstützen, ist ein umfassender Ansatz unerlässlich. Dieser beinhaltet eine sorgfältig ausgewählte Diät zur Gewichtsreduktion, auf die Fähigkeiten des Tieres abgestimmte körperliche Aktivität und gezielte Nahrungsergänzungsmittel zur Förderung einer gesunden Gelenkfunktion. Solche Präparate können Entzündungen reduzieren, die Gelenkbeweglichkeit verbessern und die Regeneration des Gelenkknorpels unterstützen. Dadurch wird es dem Tier erleichtert, die für die Gewichtsabnahme notwendige körperliche Aktivität auszuüben.
Ein Beispiel für solche Nahrungsergänzungsmittel sind Markenpräparate. Animalactin. Diese Produkte eignen sich für übergewichtige Tiere, die zusätzlichen Gelenkschutz benötigen. Ihre Zusammensetzung basiert unter anderem auf folgendem Inhaltsstoff: MicroLactin®, Es enthält ein bioaktives Milchproteinkonzentrat mit entzündungshemmenden Eigenschaften sowie Zusatzstoffe wie Glucosamin, Chondroitin und Hyaluronsäure. Dadurch wird eine vielseitige Wirkung erzielt: Es reduziert Entzündungen, unterstützt die Regeneration des Gelenkknorpels und verbessert die Gelenkbeweglichkeit.
Zusammenfassung
Übergewicht und Adipositas bei Tieren stellen heutzutage ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem dar. Obwohl die Ernährung eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Adipositas spielt, ist sie nicht der einzige Einflussfaktor. Auch Faktoren wie körperliche Aktivität, genetische Veranlagung, Stress, Alter, Kastration und Störungen der Darmflora sind wichtig. Eine gefährliche Folge von Übergewicht bei Hunden und Katzen ist die negative Auswirkung auf den Bewegungsapparat, die zu Gelenkbelastungen führen kann. Daher sollte eine wirksame Prävention und Behandlung von Adipositas bei Tieren auf einem umfassenden Ansatz basieren, der eine artgerechte Ernährung, ausreichend Bewegung und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel umfasst. Dies ermöglicht eine gesunde Gewichtsabnahme, verbessert die Lebensqualität des Tieres und reduziert das Risiko für Erkrankungen des Bewegungsapparates.
Bibliographie
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